Wie sicher ist Feuerwerk
und wie umweltschädlich?
In der heutigen Zeit steht Feuerwerk immer wieder in der Kritik.
Unfälle an Silvester, verängstigte Tiere und Umweltverschmutzung werden thematisiert. Aber was ist wirklich dran? Wir sind dem Ganzen auf den Grund gegangen.
Ein beliebter Punkt der immer wieder gegen Feuerwerk angeführt wird, ist die Umwelt. Doch wurden hier in der Vergangenheit und werden auch immer noch große Fehlinformationen verbreitet.
So sprach die Deutsche Umwelthilfe von 5.000 Tonnen Feinstaub pro Jahr durch Feuerwerk. Ein an den Haaren herbei gezogener Wert. Offiziell vom Umweltbundesamt bestätigte Zahlen sprechen aktuell von einem Drittel dessen und somit auf's Jahr gerechnet 0,7% des in Deutschland erzeugten Feinstaubs. Zudem kratzt ein Großteil der Partikel an der Grenze zu Grobstaub oder ist es. Außerdem besteht der Feinstaub von Feuerwerk aus hydrophielen Salzen, die sich in Wasser schnell lösen. Dadurch ist der Feinstaubwert an Silvester in der Regel nur wenige Stunden um den Jahreswechsel erhöht und kann in der Lunge abgebaut werde, im Gegensatz zum Feinstaub von Autoreifen und Vebrennern.
Beim Thema CO2 wird das ganze noch unbedeutender. Lediglich 0,00013% des jährlichen CO2-Ausstoßes in Deutschland stammen von Feuerwerk. Somit ist Feuerwerk auch für den Klimawandel unbedeutend.
Aber der Lärm und die armen Tiere! Ja gut, Feuerwerk ist oftmals laut. Aber auch hier gibt es mittlerweile leise Lösungen für Haustierhalter. Auch wir bieten diese Artikel an. Aber das ist zugegebenermaßen noch die Außnahme. Die meisten wollen es ein wenig krachen lassen. So ist das Wort "böllern" zum Kampfbegriff der Feuerwerksgegner geworden. Der Böller, oder richtig Knallkörper, ist aber nur eine Art von Feuerwerkskörpern und der Absatz ist seit Jahren rückläufig. So sind aktuelle Studien zu dem Schluss gekommen, dass Tiere in der Silvesternacht nur rund 10-20% Ruheverlust haben und schnell wieder an ihre angestammten Plätze zurückkehren, wenn sie denn überhaupt fliehen. Wir haben da schon unsere eigenen Beobachtungen gemacht. In der Nähe eines Gewässers schossen wir ein Feuerwerk. Die Enten und Gänse waren kurz erschreckt, aber schon nach ein paar Sekunden landeten sie wieder auf dem Wasser und schwommen unbekümmert weiter. Die Geschichte von hunderten toten Vögeln durch Feuerwerk ist also auch nur ein Märchen.
Bleibt noch das beliebte Argument von zu viel Müll. Ja, den sieht man nach Silvester viel rumliegen. Aber ist es wirklich so viel? Die Abfallentsorger der fünf größten Städte Deutschlands zusammen beseitigen am Neujahrstag etwa 200t Müll. Allerdings fallen darunter auch aller anderer Müll, wie Sektflaschen und dergleichen. Wenn man diese Zahlen dann auch noch in Relation zu anderen innerstädtischen Großveranstaltungen setzt, wie Karneval oder Volksfeste, ist das nichts. (Münchner Oktoberfest 88t Müll, rheinländischer Karnevall 600t Müll jährlich). Das Problem liegt eher in der Bauform von Feuerwerk und der zeitlich begrenzten Verwendung. Feuerwerk ist meist relativ voluminös. Vor allem die Batteriekörper lassen optisch schnell große Mengen entstehen. Auch ist nur der kleinste Teil der Feuerwerksartikel Schwarzpulver und somit bleibt das Meiste übrig und kommt, wenn es einmal nach oben geschossen wurde, schnell wieder als Schnipselregen runter. Nun ist die Verwendung nur an Silvester und Neujahr erlaubt. Dadurch ist der Anblick von Feuerwerksmüll ungewohnt, im Gegensatz zum Beispiel von Flaschen, Plastikmüll, Zigarrettenkippen usw. und fällt uns mehr auf. Viel geredet, aber noch nicht beantwortet wie schädlich nun dieser Müll ist. Über 90% des Feuerwerks ist aus Papier. Seit dem Einweg-Plastikverbot ist auch Feuerwerk mit verbauter Plaste verboten. Viele Hersteller gehen aber sogar noch einen Schritt weiter. So sind nun beispielsweise nicht nur viele Raketenkappen jetzt aus Pappe, sondern auch die Verpackung, in den meisten Fällen hergestellt aus Recyclingpapier. Dadurch können viele Artikel mittlerweile sogar innerhalb einiger Monate verrotten oder gut recycelt werden.
Umwelt
0,7%
Feinstaub durch Feuerwerk
0,00013%
CO2 durch Feuerwerk
10-20%
Ruheverlust für Haustiere




Ein weiterer gern genommener Punkt gegen Feuerwerk sind die vermeindlich hohen Verletzungszahlen. Aber schauen wir uns auch das genauer an. Feuerwerk unterliegt in der EU strengen Gesetzen, die von den einzelnen Ländern noch mal angepasst werden können. So hat Deutschland eines der strengsten Sprengstoffgesetze der Welt. Dadurch sind für den Ottonormalo nur die Kategorien F1 (Jugendfeuerwerk), F2 (Silvesterfeuerwerk) und in gerringen Maßen P1 und T1 erlaubt. Von all diesen Artikeln darf keine Gefahr ausgehen, wenn sie richtig angewendet werden. So sind bei genauem Hinsehen die meisten Verletzungen an Silvester und Neujahr durch andere Dinge, wie Stürze in der Dunkeheit oder Alkohol zurück zu führen. Eine Studie ergab, dass nur rund 5% der Verletzungen auf Feuerwerk zurück zu führen ist. Und dort muss man nochmal differenzieren. Abgerissene Gliedmaßen oder schwerste Ohrverletzungen sind mit legalem Feuerwerk nicht möglich und selbst bei falscher Anwendung fast unmöglich. Man könnte sogar handelsübliche Böller oder Raketen in der Hand halten und man würde nur leichte Verbrennungen oder gebrochene Fingerknochen davon tragen. Die Hand wäre aber noch dran. (Bitte nicht ausprobieren) Die wirklich schweren Verletzungen kommen also von illegalem Feuerwerk, was man garnicht weiter verbieten kann. Es ist ja schon verboten. Für mich ist das natürliche Selektion.
Aber wie geht man nun sicher mit Feuerwerk um?
Das hängt von der Art ab.
Bei Kauf sollte man schon darauf achten. Geprüftes Feuerwerk braucht eine CE oder BAM Nummer, die die Kategorie F1, F2, T1 oder P1 enthalten darf. F3, F4, P2 und T2 und PM2 sind verboten und gefährlich.
Raketen: immer in ein festes, feuerunempfindliches Gefäß stellen und gerade nach oben ausrichten. Niemals einzeln stehende Flaschen verwenden, da diese durch das Gewicht der Rakete umkippen können. Am besten sind ganze Getränkekästen geeignet. Im Internet gibt es auch genug Anleitungen, wie man sich aus einem Holzbock einen Raketenständer baut. Ein Rohr in den Boden rammen geht auch, sofern man Erdboden zur Verfügung hat. Manche Hersteller legen sogar ein Rohr bei.
Batterien: Zuerst sollte man sich darüber informieren, ob der Artikel einen Standfuß hat, der ausgeklappt werden muss. Dann stellt man die Batterie auf einen ebenen, feuerfesten Untergrund. Hat die Batterie keinen Standfuß, sollte man sie sichern. Dies geht zum Beispiel mit Pflastersteinen von allen Seiten. Sollte die Batterie nicht bis zum Ende laufen, haben viele Batterien und Verbünde eine Ersatzanzündschnur. Diese sollte man allerdings erst nach 15 Minuten entzünden.
Vulkane und Fontänen: immer auf einen festen Untergrund stellen, der feuerunempfindlich ist.
Böller: immer auf den Boden stellen, anzünden und sich schnell entfernen. Nicht in der Hand halten! Außnahmen sind Reibkopfknaller. Diese an der Packung anreiben und schnell weg werfen.
Kugelbomben (illegal): Auch wenn Kugelbomben illegal sind, so gibt es immer wieder Dullies, die trotzdem welche zünden wollen und damit viel Schaden anrichten. Eine Kugelbombe muss in einen Mörser, und nicht auf den Boden, der in einem Gestell oder anderweitig gegen umkippen gesichert ist. Dieser Mörser muss geeigner sein. Dies trifft nicht auf Pringlesdosen, Wasserrohre oder Stahlrohre zu. Geeignet sind Fieberglasverbundmörser oder PE Mörser. Mörser sind im Gegensatz zu ihrem Inhalt auch frei verkäuflich, also investiert einfach in eure Sicherheit. Dann beachtet die Zündschnur. KB sind in der Regel mit einer Stopine ausgestattet. Diese brennt blitzartig ab, also schneller, als ihr blinzeln könnt. Stellt deshalb sicher, dass ihr eine lang genuge grüne Visco als Verzögerung verwendet und keine Gliedmaßen über den Mörser haltet. Fazit: überlasst Kugelbomben am besten den Profis.
Sollte ein Artikel nicht funktionieren, so wartet mindestens eine viertel Stunde, bis ihr euch nährt. Wollt ihr ihn entsorgen, dann müsst ihr ihn am besten wässern. Am besten stellt ihr ihn für mehrere Stunden in ein Wasserbad. Etwas Spülmittel hilft, dass das Wasser schneller eindringt.
Nehmt immer auf andere Menschen und Tiere, sowie Hindernisse neben und über euren Feuerwerkskörpern rücksicht. Wenn ihr Alkohol getrunken hat, lasst die Finger vom Feuerwerk.
Sicherheit










Die Garafiken und einige Informationen stammen vom Bundesverband für Pyrotechnik und Kunstfeuerwerk. Dort könnt ihr auch noch mal ausführlich unter den Themen Sicherheit und Umwelt nachlesen. Dort sind auch alle Quellen verlinkt.
